Der große Spaß mit Office 365.

Endlich war es so weit! :) Microsoft Office 365 wurde von der Uni Münster für 4,99 Euro im Jahr zur Verfügung gestellt. Diese 4,99 Euro sind im Prinzip die Eintrittskarte für eine Zeitreise in die Vergangenheit, als ich noch Windows genutzt hatte. Aber von Anfang an:

Eigentlich war ich guter Dinge: Microsoft wird doch wohl in den letzten Jahren dazu gelernt haben? Folglich ging es voller Tatendrang los, schließlich wollte ich Office testen.

Auf der Website der Uni Münster wurde man an den externen Vertriebsparter “StudyHouse” verwiesen, welcher Office für Studenten anbietet.

Auf einer formschönen grünen Website mit 14 verschiedenen Schriftarten und Schriftgrößen wird “Office 365 ProPlus WWU Münster” [WWU = Westfälische Wilhelms-Universität] für nur 4,99 € angeboten.

Bezahlt via PayPal, danach wurden auf der Website keine Informationen mehr angezeigt. Unter “Bestellungen”, wo man ja eigentlich Bestellungen sehen müsste, war nichts zu sehen. Somit habe ich einfach abgewartet was wohl passieren wird.

Nach einer viertel Stunde trudelte eine E-Mail ein. In dieser war ein “Validierungsschlüssel” enthalten, welchen man bei einem weiteren Fremdanbieter (“Asknet – leading in global commerce”) einlösen sollte, um ein Office Konto zu erhalten.  Na gut, meinetwegen. Wieder sämtliche persönliche Daten eingegeben um dann ein “Microsoft Office 365 Konto” zu erhalten, welches nicht mit meiner E-Mail-Adresse registriert wird (das wäre zu einfach), sondern mit einem Pseudo-Kauderwelsch mit “@umuenster.onmicrosoft.com” als Domain.

Ich hatte also mein Office 365 Konto, juhu!  Also fix bei Microsoft eingeloggt und folgende Seite erhalten:
“Installieren” gedrückt und schon startete der Download von Office 2011. Office 2011?
Die aktuelle Version von Office 365 heißt also auf dem Mac “Office 2011″. Das herauszufinden hatte einen gewissen Rechercheaufwand zur Folge.

1,1 Gigabyte Download später konnte es dann losgehen. Dachte ich…

 Okay, der Web-Browser muss geschlossen werden, um Office zu installieren. Diesen Umstand muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Natürlich befolgte ich diesen ominösen Wunsch, schließlich wollte ich ja Office 365 / Office 2011 testen.

Nach dem Klick konnte es dann losgehen. Dachte ich…

Man hätte es ja fast verdrängen können: Office ist neuerdings (ähnlich der Adobe Creative Cloud) an ein Abo gebunden, aus diesem Grunde ist eine Online-Aktivierung obligatorisch. Grundvoraussetzung für ein derartiges Geschäftsmodell ist jedoch eine funktionierende Infrastruktur. Dass die Aktivierung der Software nun wegen Serverproblemen fehlschlägt lässt Zweifel aufkommen…

Geduldiges Versuchen über 10 Minuten hinweg hat nicht geholfen. Was half, war hektisches Geklicke auf den “Erneut versuchen” Button mit ca. 4 Klicks die Sekunde.
Ich musste nochmals meine persönlichen Daten eingeben und mich mit dem Microsoft Konto anmelden. Man könnte meinen, die Informationen wären bereits beim Microsoft-Konto hinterlegt, aber das wäre ja wieder zu einfach gewesen.

Nach dieser total einfachen Prozedur war Office 2011 tatsächlich zur Verwendung bereit.
Ich verwende übrigens einen Mac der aktuellen Generation mit 8 Gigabyte Ram, trotzdem ist die Software zäh. Tippen ist schwammig. Das gepaart mit dem genialen Installationsprozess bewegte mich nach 3 Minuten eigentlicher Nutzung der langsamen Software dazu, über die Deinstallation nachzudenken.

Bei der Installation musste man das Administrator-Kennwort eingeben. Ein starkes Indiz dafür, dass während der Installation Dateien in Systemorder von MacOS geschrieben wurden.
Eigentlich läuft eine Deinstallation von Software auf MacOS wie folgt ab: Man geht in den Ordner “Programme” und zieht das Programmsymbol in den Papierkorb. Das wars.
ABER…wir sprechen hier über ein Microsoft Produkt, das kann (darf?) also nicht so einfach sein.

Los geht es also mit der De-Installation. Hierfür wurde zunächst Google bemüht, um eine hinreichende Anleitung (oder gar einen De-Installer) zu finden.

Einen De-Installer gibt es nicht, das wäre ja mal wieder zu einfach. Stattdessen gibt es eine Deinstallations-Anleitung, welche von Microsoft zur Verfügung gestellt wird.

Hier wird es erst so richtig absurd. Die Anleitung umfasst 11 Schritte. Elf.
Als wäre das noch nicht genug, gibt es noch 53 Unterschritte. Kein Tippfehler: Elf Schritte mit dreiundfünfzig Unterschritten!

Tee kochen ist angesagt.

Nach einer halben Stunde Pause habe ich mich dann der minimalistischen Anleitung gewidmet. Zunächst soll man Office beenden, logisch. Daraufhin soll man den Ordner “Microsoft Office 2011″ im Programme-Ordner löschen. Sehr schön. Die Deinstallation von mehr als 99% aller Softwareprodukte wäre jetzt beendet. Aber wir haben noch rund 50 Schritte vor uns…

In den Benutzerordner navigieren. Check.
In den Ordner “Bibliothek” navigieren. Nicht check. Diesen Ordner gibt es nicht. Es gibt einen Ordner mit der Bezeichnung “Library”, dem englischen Begriff für “Bibliothek”. Und ja, ich verwende das Betriebssystem auf Deutsch. Die Anleitung ist an deutsche Nutzer ausgerichet, dass “Library” ja “Bibliothek” heißt ist sicher nicht vielen geläufig.

Nun soll man im Ordner “Library” in den Ordner “Einstellungen” navigieren. Wer jetzt scharf nachdenkt wird es schon ahnen: Diesen Ordner gibt es unter der Bezeichnung nicht! Microsoft meint hier wohl “Preferences”… Wohl dem, der in Englisch ein wenig aufgepasst hat…
In dem Ordner muss man nun ca 15 Dateien ausfindig machen und löschen. Okay.

Nun soll man wieder in den “Benutzerordner” und in diesem in den Ordner “Bibliothek” (Library) navigieren. Wir hätten auch einfach einmal den “Zurück”-Button nutzen können, das wäre aber wieder mal zu einfach gewesen. :)

In dem – unter diesen Namen nicht vorhanden – Ordner soll man nun den Ordner “Microsoft” ausfindig machen… Ein drittes mal muss man leider sagen: Diesen Ordner gibt es nicht. Auch eine Übersetzung von “Microsoft” in “Winzigweich” brachte keinen derartigen Ordner hervor…

Ich spiele jetzt ein Backup zurück, das geht schneller. Auf die weiteren rund 40 Schritte verzichte ich gerne.

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