WTD 91 Video: Autoteil flog wirklich ins Publikum (Videoanalyse)

Mein Video wurde in den Lokalnachrichten erwähnt und es scheint Klärungsbedarf zu bestehen.

Am 12. September 2015 fand der Tag der offenen Tür bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen statt. Bei der letzten Vorführung diverser Waffensysteme kam es hierbei zu einem Unfall, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde.

Das Video zeigt, dass ein Autoteil mit erheblicher Geschwindigkeit in die Zuschauermenge geschleudert wurde. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat eine Anfrage bei der Bundeswehr gestellt. In der Antwort der Bundeswehr wurde der Vorfall heruntergespeilt und gesagt, dass das Teil auf einer “Freifläche in erheblichem Abstand zu den Besuchern” gelandet sei. Des Weiteren wird von der Bundeswehr behauptet, dass das Video „mit der nicht zutreffenden Bildunterschrift und aufgrund der ungünstigen Kameraposition eine optische Täuschung” vermitteln würde. Das kann ich so nicht stehen lassen, nur aus diesem Grund erfolgt dieser Blogbeitrag. Auch den Vorwurf, ich würde durch eine falsche Überschrift einen falschen Eindruck erwecken, weise ich argumentativ zurück.

Im folgenden werde ich das Video daher Bild für Bild analysieren und diese Behauptung widerlegen. Jeder kann dies tun, das Video ist auf YouTube verfügbar.

Die Blickrichtung der Zuschauer ist ein erster wichtiger Anhaltspunkt:

Um nun genauer festzustellen, wo das Teil gelandet ist, bedarf es weiterer Einzelbilder:

Das Teil ist klar zu erkennen und es befindet sich zwischen mir und dem jungen Mann im grauen Sweatshirt. Die weiteren Bilder belegen dies ebenfalls.

Oberhalb des Ohres ist das Teil zu erkennen, es liegt hier fast horizontal in der Luft.

Der Gegenstand befindet sich hier hinter der Person mit dem schwarzen Ärmel und vor der Person im grauen Sweatshirt. Dort befindet sich keine “Freifläche”. Ich stand nur wenige Meter entfernt.

Kurz: Ja, es ist im Publikum gelandet und nicht auf einer “Freifläche”, wie von der Bundeswehr (genauer: Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Koblenz) behauptet wird.

Meine Vermtung ist, dass es sich bei dem Teil um eine Gasdruckfeder handelt, die normalerweise die Heckklappe hält. Vergleicht man das Foto oben mit den Fotos der Google Bildersuche nach Gasdruckfedern, so ist die Ähnlichkeit sehr groß. Dies erklärt auch die Wucht, mit der dieses Bauteil durch die Luft geschleudert wurde: Eine Gasdruckfeder ist so konstruiert, um eine PKW Heckklappe oben zu halten. Wird eine solche Feder nun aus der Verankerung gerissen, so entlädt sich die gespeicherte potenzielle Energie und wird schlagartig in kinetische Bewegungsenergie umgewandelt.

Ich fordere keine übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen für die Zukunft, jedoch ist etwas mehr Vorsicht durchaus angebracht. Bauteile mit hoher potenzieller Energie (Gasdruckfeder) sind ein großer Risikofaktor.

Die Informationspolitik der Bundeswehr ist sehr fragwürdig und erst diese hat mich dazu bewegt hier Stellung zu beziehen. Die folgende Aussage ist schon bermerkenswert: Laut der Bundeswehr sei bei genauer Betrachtung ersichtlich, dass das Teil in einiger Entfernung zu den Besuchern auf der Freifläche” landeWie genau hat man wirklich hingesehen?

 

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One thought on “WTD 91 Video: Autoteil flog wirklich ins Publikum (Videoanalyse)

  1. Hallo,
    auch ich war am Samstag bei der zweiten Vorstellung.
    Mein Standort direkt am Zaun und zwar in Richtung Vorführfläche gesehen links vom zerstörten Fahrzeug(ca. 50m).
    Mein Standort war direkt am Absperrzaun und zwar in Richtung Vorführfläche gesehen links vom zerstörten Fahrzeug(ca. 50m).

    Die Gasdruckfeder habe ich selber fliegen sehen und hatte mich nachher nur gewundert wo die abgeblieben war. Aufgrund des Gehörschutzes und des Lärm´s vom Leopard waren aber keine anderen Geräusche wie Schreie oder dergleichen zu bemerken. Auch anderweitige Reaktionen im Publikum habe ich nicht wahrgenommen.
    Schade das die Bundeswehr versucht einen offenbar glimpflich verlaufenen Unfall zu bagatellisieren.
    Ich hoffe nur das sich noch weitere Personen melden die das Ereignis bestätigen können.

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