Zwei Poller für Lingen.

Dieser Blogbeitrag bezieht sich auf die vorhergegangene Berichterstattung zur Verkehrssituation im Bereich Elisabethstraße/Schlachterstraße der Stadt Lingen (Ems).
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Die Verwaltung der Stadt Lingen hat es vollbracht: Sie hat einen Vorschlag gemacht, wie die Verkehrssituation zu bewältigen ist.
Es sollen zwei Poller kurz vor dem Hinterausgang des Palacio installiert werden, um Autos zum Abbremsen zu bewegen.
Vom Souverän wurden zwar auch Poller vorgeschlagen, diese sollten jedoch der tageszeitabhängigen Sperrung des Gefahrenbereiches dienen, um die Straßen im Allgemeinen sicher zu machen. Dies sei zu teuer, so die Verwaltung in einer Pressemitteilung.

In der öffentlichen Beschlussvorlage heißt es:

Dem Einbau von 2 Pollern in der Elisabethstraße, Rückseite des Gebäudes Schlachterstraße 30/32, wird zugestimmt.

Das klingt doch erstmal dufte.
Als Fragen stellen sich jedoch: Wie möchte man die Sichtbarkeit der Poller gewährleisten? Hat man die Beleuchtung mit einkalkuliert? Wäre ein barrierefreier Zugang für das Palacio nicht anders umsetzbar? Ist der Hinterausgang wirklich barrierefrei (Breite)? Wie passt die Aussage eines erfahrenen Polizeibeamten da rein, welcher sagte, dass der Hinterausgang ausschließlich für Lieferverkehr vorgesehen ist?

Im darauf folgenden Abschnitt wird dann über das Verkehrszeichen 325 (Deutsch: Verkehrsberuhigter Bereich) gelobhudelt, welches die Situation ansonsten ganz allein bewerkstelligt. Leider nur in der Theorie.

Die Praxis ist bei den zuständigen Damen und Herren nicht angekommen. So heißt es:

“Auch seitens der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim werden [neben den Pollern] keine weiteren konkreten Maßnahmen als erforderlich angesehen.”

Das klingt beruhigend. Es entpuppt sich jedoch als sehr optimistische Einschätzung, wenn man die Realität betrachtet: Es geht – wie erwähnt und hinlänglich bekannt – im gesamten Bereich drunter und drüber. Hier geht es nicht nur um den besagten Hinterausgang. Die Polizei ist offenbar nicht oft genug vor Ort, ansonsten würde sich die Situation nicht so darstellen, wie sie ist.

Wie ich auch in meinem Interview mit der Ems Vechte Welle betont habe, gehen die beschriebenen Maßnahmen nicht weit genug. Ich zitiere mich aus Bequemlichkeit selbst:

 „Man installiert zum Beispiel elektronische Poller, die durch Not- und Rettungsdienste zum Beispiel per Funk absenkbar wären. Das sind Konzepte, die auch an vielen Orten bereits praktiziert werden. Und wenn das nicht umsetzbar wäre, dann wäre – denke ich – eine Lösung durch Berliner Kissen sinnvoll, weil diese zu installieren kein großer finanzieller Aufwand ist. Der Bereich ist ohnehin schon verkehrsberuhigt auf fünf oder sieben km/h. Dementsprechend wäre das für den Verkehr sicherlich keine Zumutung da noch etwas zu installieren.“

Elektronische Poller sind teurer als fest installierte oder manuell absenkbare Poller, das leuchtet ein. An zwei oder drei Stellen das Pflaster anzuheben (bzw. eine Teilaufpflasterung vorzunehmen) wird jedoch machbar sein, werte Stadtverwaltung.
Auf diese Weise hätte man gleich den gesamten Bereich entschärft und nicht etwa nur den Hinterausgang des Palacio.

Zu guter Letzt wäre es interessant zu sehen, welche quantitativen Kennzahlen (z.B. Anschaffungskosten von elektronischen Pollern) dieser Beschlussvorlage zugrunde liegen. Transparenz.

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